Mit dem Begriff „digitale Selbsthilfegemeinschaften“ werden Formen digitaler Selbsthilfe bezeichnet, die sich von „digitalen Selbsthilfegruppen“ auf formaler und inhaltlicher Ebene unterscheiden.
Die Bezeichnung „digitale Selbsthilfegemeinschaft“ nimmt Bezug auf eine im dritten Engagementbericht (vgl. BMFSFJ, 2020) vorgenommene Typisierung digitalen, gesellschaftlichen Engagements. Darin wird ein mit „Gemeinschaft“ bezeichneter Typ beschrieben, in dem Akteure ihre sozialen Beziehungen durch das Teilen von Ideen und das Verfolgen gemeinsamer Ziele herstellen und daraus ein „Wir-Gefühl“ entwickeln. Damit entsprechen sie im Kern der gemeinschaftlichen Selbsthilfe, denn Selbsthilfeaktive stellen ihre Beziehungen durch das gemeinsame Interesse an einem gesundheitsbezogenen Thema oder Problemfeld her.
Die Kommunikation in „digitalen Selbsthilfegemeinschaften“ findet in der Regel zeitversetzt und nicht unbedingt regelmäßig statt. Häufig finden sich wesentlich mehr Akteure zusammen als in Selbsthilfegruppen. Damit ist ein Kennen aller anderen Personen in „digitalen Selbsthilfegemeinschaften“ nicht möglich, aber auch nicht nötig, da die Bindung der Akteure sich über geteilte Werte herstellt. Beispiele für „digitale Selbsthilfegemeinschaften“ sind Internetforen oder große Gruppen in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Quelle:
NAKOS INFO 127 S. 45/46

[BMFSFJ] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Dritter Engagementbericht. Zukunft Zivilgesellschaft: Junges Engagement im digitalen Zeitalter (BT-Drs. 19/19320). Berlin, 2020