Was bedeutet digitale Spaltung?

Mit dem Begriff „digitale Spaltung“ werden Unterschiede in der Teilhabe an digitalen Technologien bezeichnet, die auf sozialer Ungleichheit beruhen. Diese Unterschiede manifestieren sich mit Verweis auf Müller et al. (2021) und Van Deursen und Van Dijk (2019) auf drei Ebenen:

  1. im Zugang zum Internet,
  2. im Vorhandensein digitaler Kompetenzen und
  3. in der Fähigkeit mithilfe digitaler Techniken die eigene Situation zu verbessern.
digitale Spaltung grafik

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Quellen:
Alejandro Cornejo Müller, Benjamin Wachtler, Thomas Lampert | Digital Divide – Soziale Unterschiede in der Nutzung digitaler Gesundheitsangebote. Bundesgesundheitsblatt 2020 (Nr. 63, S.185-191).

Alexander J.A.M. Van Deursen, Jan A.G.M. Van Dijk | The first-level digital divide shifts from inequalities in physical access to inequalities in material access. New Media & Society 2019 (Nr. 21(2), S. 354–375).

 


Ergebnisse des “Digital Index” 2022/2023

Der „Digital Index“ belegt, dass der sozioökonomische Status zu den bestimmenden Faktoren für Unterschiede im Zugang zu und in den Fähigkeiten im Umgang mit digitaler Technik und dem Internet im Besonderen zählt (Initiative D21, 2023).

Derzeit glaubt rund die Hälfte der Befragten persönlich von der Digitalisierung zu profitieren. Die digitale Spaltung zeigt sich entlang der Faktoren Alter, Bildung, Stadt/Land, alte/neue Bundesländer. Demnach profitiert die jüngste Generation häufiger als die älteste, formal höher Gebildete öfter als niedrig Gebildete, Großstadtbevölkerung mehr als Landbevölkerung (60 vs. 48 Prozent) und Menschen in den alten mehr als in den neuen Bundesländern (57 vs. 45 Prozent). Die folgende Abbildung zeigt die Nutzung sozialer Medien durch die älteren Generationen.

Initiative D21

Initiative D21 (2023): D21 Digital-Index 2022/2023. Jährliches Lagebild zur digitalen Gesellschaft.

Zwischen den Gruppen, die besonders stark glauben, von der Digitalisierung zu profitieren („Digital Natives“, Befragte mit hoher Bildung und hohem Einkommen, mit Bürojob) und denen, die dies nicht glauben (ältere Generationen, Befragte mit niedriger Bildung und Einkommen, Menschen ohne Bürojob) bleibt die digitale Spaltung bestehen.

Basis des „Digital Index“ ist die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren. In der sogenannten Strukturbefragung zur Ermittlung von Grundlagendaten der Internetnutzung wurden 29.198 Interviews in Deutschland (davon 17.798 persönliche Interviews und 11.400 Onlineinterviews) im Befragungszeitraum: August 2021 bis Juli 2022 durchgeführt.
In der Vertiefungsbefragung zur Ermittlung des „Digital-Index“ und der Typologie „Digitale Gesellschaft“ wurden 6.087 Interviews in Deutschland (davon 2.086 persönliche Interviews und 4.001 Onlineinterviews) im Befragungszeitraum Juli 2022 durchgeführt.

Quellen:

Initiative D21 (Hrsg.) | D21 Digitalindex 2022/2023. Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft. Berlin 2023.